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Japan war eines unser Topziele und es stand von Anfang an auf unserer Länder-to-do-Liste. Deshalb waren wir auch voller Vorfreude als wir in Taipeh in den Flieger stiegen, um endlich das fremde und ferne Japan zu erforschen. Unserer Anreise gestaltete sich allerdings etwas schwieriger als erwartet. Am Morgen waren wir noch in Tainan (Stadt im Süden Taiwans) und wir mussten erstmal mit dem Schnellzug nach Taipeh zum internationalen Flughafen düsen. Das ist eigentlich gar kein großes Problem, wenn früh jemand im Hostel wach gewesen wäre, um uns ein Taxi zu rufen, damit wir zum Bahnhof kommen. Da wir kein chinesisch können, mussten wir es gar nicht erst versuchen, selbst ein Taxi zu rufen. Es hat uns schon davor geraut am Telefon erklären zu müssen, wo das Taxi überhaupt hinfahren soll um uns abzuholen. Also haben wir uns unsere Rucksäcke aufgeschnallt und sind raus auf die Straße in der Hoffnung, dass wir ein Taxi treffen. Aber alle Taxis die wir gesehen haben, hatten schon Fahrgäste. In unserer Verzweiflung sind wir zur nächsten Tankstelle gelaufen (die war immerhin schon offen) und haben nach einem Taxi gefragt. Hier haben wir den Tipp bekommen zum nächsten Hotel zu gehen und uns von denen ein Taxi rufen zu lassen. Gesagt getan! Und tatsächlich die netten Angestellten haben für uns ein Taxi organisiert. Damit war die erste potentielle Katastrophe des Tages abgewendet. Mit dem Zug ging es dann in 90 min nach Taipeh und von dort mit dem Bus zum Flughafen. Von nun an lief alles wie am Schnürchen. Unser Flug ging über Beijing (Peking), hier mussten wir einen Stopp einlegen und umsteigen und das in 45 min!!! Unser Flieger hatte nämlich gut 15 min Verspätung, also mussten wir uns super beieilen, denn so ein Flugzeug wartet ja schließlich nicht auf einen. Wir mussten zuerst durch die Passkontrolle und dann noch einmal durch die Sicherheit, das hat ewig gedauert, mindestens 30 Minuten. Vor Cindy waren 3 alte Nonnen und die haben ständig gepiept, wahrscheinlich künstliche Hüfte oder so
, auf jeden Fall blieb uns keine Zeit mehr um zum Gate zu kommen. Also rannten wir um unser Leben. Jeder hat schon mal über Lautsprecher die Ansage „this is he final call“ gehört und dazu aufgescheucht ein paar Leute durch die Gegend rennen gesehen und dabei gedacht, tja… wärt ihr mal eher da gewesen. Wir können euch sagen, dass ist überhaupt nicht lustig, wenn man das selber ist!!! Also rannten wir und Cindy wusste schon, der Flieger muss schon auf dem Weg zur Landebahn sei, denn es war 5 min vor Abflug. Keine Chance also :-(. Am Gate angekommen war da plötzlich alles voller Menschen und wir dachten „Scheiße stehen die schon für den nächsten Flug an“. Es dauerte eine Weile ehe wir kapiert hatten, dass unser Fug tatsächlich erst eine halbe Stunde später los fliegt… erleichtert ließen wir uns auf einen Sitz sinken und mussten erstmal Luft holen. Somit war die 2 Katastrophe des Tages gebannt. Die dritte ließ nicht lang auf sich warten. Wir konnten in unserem Hotel bis 1 Uhr nachts einchecken, aber danach steht man vor verschlossener Tür. Wir waren jetzt eine Stunde später dran als geplant und wir hatten keine Ahnung ob wir es rechtzeitig schaffen, dazu war es arschkalt in Tokyo und es hat geregnet. Also hieß es erstmal schnell das U-Bahn System kapieren, Ticket kaufen und dann nix wie los. Zum Glück blieb die dritte Katastrophe auch aus und wir kamen 0:30 in unserem Hostel an. Was für ein Tag! Aber wir haben es geschafft, wir sind endlich in Japan!
Nach dem wir erstmal richtig ausgeschlafen hatten, machten wir Tokyo unsicher. Da es nach wie vor regnete, sind wir erstmal ins Nationalmuseum gestiefelt. Im Museum ging es eher um Kunst als um Geschichte. Obwohl wir uns nicht sonderlich für Blumenvasen interessieren, war das Museum interessant, denn es zeigte unter anderem Rüstungen der Samurai und Samurai Schwerter. Danach guckten wir uns etwas im Uno-Park um, ein riesiger Park mitten in Tokyo, und wollten uns eigentlich einen Tempel und dessen Pagode ansehen, aber leider war der Tempel total verhüllt, sodass man nix gesehen hat. Immerhin waren die Japaner so freundlich und haben ein riesiges Foto vom Tempel auf der Box abgebildet, so dass wir uns immerhin eine Vorstellung machen konnten
. Danach ging es nach Ginza zum Shoppingbezirk und zum Sony Building. Hier kann man nämlich alle Neuheiten von Sony angucken und sogar Playstation zocken. Genau das Richtige an einem Regentag
. Als Mittagessen haben wir uns eine sogenannte Bentobox gekauft. Das ist eine Luchbox, wo ganz viele unterschiedliche Leckereien drin sind, ideal um sich mal durchzuprobieren. Geholt haben wir die Box in einer Mall, da gab es eine ganze Etage nur voller Essen und das nicht im Supermarkt Style, sondern richtige Delikatessenstände. Das Schöne war, dass man überall probieren konnte, einfach genial! Danach ging es weiter zum Kaiserpalast. Auf dem Weg dahin haben wir sogar noch ein paar Kirschblüten gefunden. Eigentlich wollten wir die Kirschen in voller Blüte sehen, aber leider wollten die Kirschblüten schon 2 Wochen eher blühen. Tja, das kann nun mal nicht beeinflussen, also mussten wir uns mit den paar Blüten zufrieden geben. Den Kaiserpalast in Tokyo kann man nicht besichtigen, ja man sieht ihn noch nicht einmal
, aber man kann im kaiserlichen Garten spazieren gehen und sich an der schönen Gartenlandschaft erfreuen.
Am nächsten Tag hatten wir super Wetter, daher entschieden wir uns gleich zum Rathaus zu fahren, ein 45 stockiges Hochhaus von dem man eine super Sicht über Tokyo hat. Wir mussten zwar bestimmt eine halbe Stunde anstehen, aber das Warten hat sich gelohnt, die Aussicht war echt super. Anschließend sind wir zu einem riesigen Schinto-Tempel, der in einem Wald direkt in der City liegt, gefahren. Scheinbar sind die Tempel eher schlicht gehalten und weniger auf Prunk ausgelegt. Trotz der Schlichtheit war es eine schöne Tempelanlage. Danach ging es in die Fußgängerzone zum bummeln. Hier soll angeblich ein Treffpunkt verrückt gekleideter junger Leute sein und tatsächlich, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie die angezogen sind, man konnte auch verkleidet sagen. Es hat etwas von Comicfiguren mit super hohen Schuhen und verrückten Perücken. Wir haben leider kein Foto, weil wir einfach zu perplex waren und die Leute nur anstarren mussten
. Am Abend haben wir unser Viertel, wo unser Hostel ist, noch etwas unsicher gemacht und haben hier auch noch mal einen Schinto-Tempel besucht. Dieser war aber schon etwas prunkvoller und farbenfroher als der letzte, außerdem schloss sich gleich eine Fußgängerzone an, wo man all möglichen Krimskrams kaufen konnte. Den Abend haben wir dann mit einer guten Nudelsuppe und einem ordentlichen Sake (Reisschnaps) ausklingen lassen.
Ein Highlight war unser Tagesausflug nach Nikko, hier stehen eine riesige Tempelanlage und ein Mausoleum eines Shogunes. Leider hat es das Wetter an diesem Tag nicht gut mit uns gemeint und so regnete es in Strömen. Aber egal, wir haben uns einfach mit einem Regenschirm bewaffnet und dann ging es los. Die Tempel und das Mausoleum waren ziemlich prunkvoll und mit Gold und Malereien verziert. Es war wirklich schön anzuschauen. Und so haben wir den ganzen Tag damit verbracht von Tempel zu Tempel zu spazieren und waren am Abend ganz schön knülle.
Am nächsten Tag haben wir in Tokyo den Fischmarkt unsicher gemacht. Eigentlich macht der Markt schon früh um 5 Uhr auf, aber Touristen sind erst ab um 9 Uhr erlaubt, weil es ansonsten viel zu gefährlich ist. Jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich, wie kann ein Fischmarkt gefährlich sein, aber der Tokyoter Fischmarkt ist nicht irgendein Fischmarkt. Es ist der größte der Welt und hier gibt es tausende von kleinen Fischständen und alle Einzel- und Großhändler sowie alle Küchenchefs der Stadt kaufen hier ein. Entsprechend groß ist das Gewusel und dazu kommen Gabelstapler, LKWs und Sackkarren die alle durch die Gegend schießen, da kann schnell mal ein Touri unter die Räder kommen
. Deshalb konnten wir erst ab um 9 zwischen den Ständen herumirren und ein paar Fotos schießen. Obwohl um diese Zeit der große Ansturm schon vorbei war und manche Stände schon wieder zu waren, war es für uns immer noch total interessant und genug Gewusel und wir mussten ständig aufpassen nicht überfahren zu werden. Wir können uns gar nicht vorstellen wie das dort zur Hauptmarktzeit ablaufen soll!!! Dort gibt es wirklich jeden erdenklichen Fisch, riesige Tunfische, Tintenfische, Krebse, riesige Muscheln und vieles mehr. Direkt danach sind wir nach Kamakura gefahren, eine Stadt südlich von Tokyo. Hier haben wir uns einen netten Tag auf einer kleinen Insel gemacht. Festgestellt haben wir dabei, das Japan scheinbar komplett aus einem Häusermeer besteht. Wir sind ca. 1,5 Stunden mit dem Zug dort hin gefahren und wir sind nicht einmal durch einen Wald oder an großartigen Feldern oder Wiesen vorbeigekommen, überall waren nur Häuser. Kamakura wirkt wie ein kleines Städtchen. Es gibt verschlungene Gässchen und super kleine Holzhäuser die aneinandergereiht sind. Es hat auf jeden Fall Charme und mit einem Eis in der Hand kann man hier prima bummeln.
Am nächsten Tag haben wir uns von Tokyo verabschiedet und haben uns auf dem Weg nach Osaka gemacht, dabei haben wir aber einen Zwischenstopp in Nagoya oder besser gesagt in Toyota City eingelegt. Da Friedrich durch sein Praktikum bei Porsche unglaublich an der Produktion von Autos interessiert ist, war ein Stopp bei dem größten Autobauer überhaupt Pflicht. Wir hatten im Vorfeld eine englische Werkstour gebucht, damit wir die Produktion hautnah erleben können. Der Weg dahin war auch gar nicht so schwierig und wir waren ungefähr 1 Stunde eher da. Scheinbar waren wir so früh dran, dass auch erst noch alle Mitarbeiter von Toyota zu Toyota fahren mussten. Denn bei unserer Endstation stieg auf einmal der ganze Zug aus und wir dachten uns cool, dann müssen wir denen ja nur noch hinterher laufen und dann sind wir da. Das hat solange ganz gut geklappt, bis wir zu einem großen Tor gekommen sind, wo man seine Chipkarte für brauchte, um auf das Werksgelände zu kommen. Tja, wir hatten leider keine
. Also haben wir den netten Aufpasser gefragt, wo wir hin müssen. Da sein Englisch nicht so gut war, konnte er uns aber nicht wirklich helfen. Zum Glück kam ein anderer Mitarbeiter dazu, der uns kurzer Hand einfach mitgenommen hat und uns bis zum Museum, von wo die Tour losgehen sollte, geführt hat. Auf dem Weg dahin hat sich herausgestellt, dass er ein Autodesigner ist und das Oktoberfest in Deutschland liebt
. Im Museum konnten wir dann alle möglichen Automodelle von Toyota anschauen und ausprobieren. Außerdem gab es eine echt interessante Ausstellung zur Geschichte von dem Autobauer und über neue grüne Techniken. Als dann unsere Tour losging, waren wir schon ganz aufgeregt. Wir besichtigten den Assembly Shop, also der Ort wo das Auto zusammengesetzt wird. Und das war echt der Wahnsinn und das nicht nur für Friedrich
. Friedrich hatte in Leipzig schon mal bei BMW eine Tour mitgemacht und von daher war es für ihn nicht komplett neu, was er da sah. Aber Cindy hatte so was noch nie gesehen und konnte gar nicht genug davon bekommen, den schnellen Händen am Fließband zuzugucken. Leider durften wir keine Fotos davon machen. Das Tempo mit dem die Arbeiter auf dem Fließband arbeiten, ist beeindruckend, das geht alles ratz fatz. Es gibt Wagen die allein auf Schienen fahren, um Teile von A nach B zu bringen. Es gibt eine Art Supermarkt wo ein Arbeiter in Turbo-Geschwindigkeit alle Teile einsammelt, um sie dann an einen Arbeitsplatz zu liefern. Leider ging die Tour nur 1 Stunde, wir hätten gern noch länger in dem Werk herumgeguckt. Am Nachmittag haben wir uns dann wieder Richtung Osaka aufgemacht, aber dazu im nächsten Blog mehr. Es gibt noch so viel zu berichten
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