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Geschichten unserer Weltreise, Blog über Australien, Neuseeland und Asien, Work and Travel, Backpacker

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Zum großen roten Stein...

Das Northern Territory ist der letzte Bundesstaat, den wir in Australien noch erkundschaften müssen, um allen Staaten einen Besuch abgestattet zu haben . So ging es mit großen Schritten zur Grenze, von der aus uns die Vielfalt des Northern Territory völlig in seinem Bann gezogen hat.

Erstes Ziel war Katherine mit einer wunderschönen Schlucht, die man am besten mit einem Kanu entdecken kann. Leider ist das Kanufahren hier so beliebt, dass alle Kanus schon 3 Tage vorher ausgebucht sind . Zu blöd, aber kein Problem, denn Katherine liegt strategisch ziemlich günstig, denn alle die hoch nach Darwin wollen, müssen mindestens 2 Mal durch Katherine fahren Hinzu und Rückzu . Also haben wir unsere Kanutour verschoben und sind erstmal weiter Richtung Norden gefahren zum Litchfield National Park. Hier gibt es wunderschöne Wasserfälle, Badelöcher und eine traumhafte Vegetation. Kein Wunder, dass die Darwiner den Litchfield National Park als Wochenendziel wählen. Hier kann man wunderbar campen und sich unter einem Wasserfall abkühlen, vorausgesetzt es sind keine Krokodile unterwegs. Aber dazu gibt es im National Park eine Krokodil Patrouille, die dafür sorgen, dass keine Urlauber verspeist werden. Nur die „kleinen und süßen“ Süßwasserkrokodile sind erlaubt und dürfen ganzjährig im Park verweilen. Trotzdem sollte man den Kollegen auch nicht zu Nahe kommen . Alle anderen Kroks, also die Salzwasserkrokodile werden in der Hochsaison eingefangen und zur Krokodilfarm gebracht, wo sie entweder ins Brutprogramm gesteckt werden oder als Handtasche enden . Leider kann man die Tiere nicht einfach wieder frei lassen, weil ein Krokodil ganz egal wo man es im Ozean auslässt, immer wider zur selben Stelle zurück findet, wenn ihnen der Platz gefällt. So verbrachten wir 2 wunderbare Tage im Litchfield National Park mit relaxen, etwas wandern und baden – herrlich!

Danach stand die Hauptstadt des Territory auf dem Plan, Darwin. Es gibt hier zwar keine besonderen architektonischen Meisterwerke, aber dafür herrscht hier absolutes Strandfeeling und es geht im Allgemeinen ziemlich entspannt zu. Obwohl es einen wunderschönen Strand gibt, sollte man nicht unbedingt ins Wasser gehen – Krokodilgefahr! Immer schön Abstand halten. Dafür kann man sich im Lake Alexander (See) erfrischen oder Kanufahren. Wir haben einen ausgiebigen Spaziergang im Botanischen Garten genossen und haben dem Museum in Darwin einen Besuch abgestattet. Hier haben wir von der schweren Geschichte der Stadt erfahren. Darwin muss nämlich regelmäßig mit schweren Tropenstürmen rechnen. 1974 wusste noch niemand welche katastrophalen Auswirkungen die Zyklone haben können. Denn bis dahin sind alle erwarteten Stürme ziemlich glimpflich ausgegangen. Bis Tracy kam und alles mitnahm was ihr im Weg stand. Die Leute verloren über Nacht ihr ganzes Hab und Gut. Es dauerte eine Weile bis die Darwiner den Schock überwunden hatten und seit dem sieht die Stadtplanung nur noch sturmsicheres Bauen vor. Eine andere traurige Erinnerung brachte der 2. Weltkrieg mit sich. Darwin war nämlich Stützpunkt der australischen Marine und damit Ziel japanischer Bomber. Die Australier hatten den Japanern nur wenig entgegen zusetzten und mussten enorme Verluste hinnehmen. Die gesamte Verwaltung des Northern Territory ist daraufhin vorübergehend nach Alice Springs verlegt wurden.

Am Abend geht in Darwin die Post ab. 4 Mal in der Woche gibt es einen großen Markt, wo es allerlei Krimskrams verkauft wird und leckeres Essen angeboten wird. Am beeindruckendsten fanden wir einen Straßenkünstler der gleichzeitig auf 4 Didgeridoos gespielt hat und der Menge ordentlich einheizte. Das Orchester, das den Titelsong von Star Wars gespielt hat, war auch nicht Ohne . Am nächsten Tag sind wir noch zum Hafen gefahren und haben auf einem Dock ein paar Fish and Chips verdrückt und haben uns wieder aus dem Staub gemacht.

Nachdem wir Darwin verlassen hatten, ging es für uns in den Kakadu National Park. Dieser gehört zum UNESCO Weltkulturerbe, da er einer der wenigen Parks in Australien ist, die von Aborigines und Nicht-Aborigines gemeinsam geleitet wird. Außerdem ist der Park für seine Jahrtausende alten Felsmalereien bekannt. Die Felsmalereien waren auch gleich unser erster Halt im Park. Da es ziemlich schwierig ist, die Malereien zu interpretieren, gibt es überall Infoschilder, aber noch besser war eine Führung mit einem Ranger, der uns einen kleinen Einblick in die Kultur der Aborigines gab und uns auf viele Schwierigkeiten in Sachen Verständigung hinwies. Die Führung war sehr interessant und machte uns ziemlich nachdenklich, wie unterschiedlich die beiden Welten der Australier und der Aborigines immer noch sind und in Sachen Integration noch eine Menge Arbeit auf beide Welten drauf zukommen wird. Nachdem wir einmal im Kreis gelaufen sind und uns alle Malereien angeschaut hatten, sind wir noch auf einen Aussichtspunkt geklettert, von wo wir einen phänomenalen Blick über die grüne und blühende Vegetation hatten. Am Abend haben wir ein traumhaftes Buschcamp gefunden, nur die Mücken waren nicht so traumhaft, die haben sich nämlich trotz Lagerfeuer und Insektenschutzspray nicht davon abhalten lassen uns zu zerbeißen. Am nächsten Morgen ging es erstmal ins Kulturzentrum, um noch mehr über den hier ansässigen Aborigineklan zu erfahren. Anschließend ging es zum Yellow River, wo wir eine kleine Wanderung unternommen haben, in der Hoffnung ein Krokodil zu erspähen. Aber die hatten sich scheinbar alle gut getarnt. Zum Abschluss des Kakadu National Parks haben wir noch eine andere Felsmalereistätte besucht und haben gegrübelt, was der Künstler uns damit sagen will. In den meisten Fällen ist es wahrscheinlich eine Speisekarte, denn man erkennt Fische und Kängurus . Den Abend haben wir am Lagerfeuer mit Stockkuchen und diesmal ohne Mücken ausklingen lassen. Schön!

Am nächsten Morgen ging es wieder nach Katherine, hier wartete noch unsere offene Kanutour in der Schlucht. Aber erstmal haben wir der heißen Quelle in Katherine einen Besuch abgestattet. Zum Glück war das Wasser nicht alt zu heiß, so dass man bei 30 Grad Außentemperatur immer noch eine Erfrischung hatte. Der Park bei der heißen Quelle bot sich auch gleich als geeigneter Campingplatz an und so konnten wir wunderbar relaxen. Am nächsten Tag ging es früh raus, damit wir Punkt 8 Uhr mit unserem Boot im Wasser sitzen. Ausgerüstet mit Verpflegung für den ganzen Tag und einem Wasserkanister, der verhindern sollte, dass wir verdursten, ging das Abenteuer los. Im Fluss wimmelt es normalerweise vor gefräßigen Ungeheuern, aber zur Touristensaison werden alle bösen Kroks entfernt und nur die netten „Freshies“ (Süßwasserkrokodile) dürfen bleiben. Bleibt nur zu hoffen, dass sich kein Salty versteckt hat . Die Schlucht besteht eigentlich aus mehreren Schluchten. Insgesamt gibt es 13 und an einem Tag kann man es bis zum Ende der 5. Schlucht schaffen, wenn man schnell genug paddelt. Wir wollten unbedingt soweit wie möglich kommen, also haben wir ordentlich gepaddelt. Immer wenn man eine Schlucht geschafft hat, muss man entweder aussteigen und sein Kanu über Stock und Stein tragen oder wenn es zu weit ist, stehen am Anfang der nächsten Schlucht neue Kanus bereit. Eine wirklich schöne und bizarre Landschaft bzw. Felsformationen sieht man hier. Einfach nur schön. Nachdem wir das Ende der 4. Schlucht erreicht hatten, gab es kein Weiterkommen mehr. Scheinbar hat es seit Tagen nicht geregnet und der Fluss hat kein Wasser mehr geführt. Wir haben also unser Kanu sicher geparkt und sind auf Entdeckungstour gegangen. Gegen Mittag haben wir dann den Rückweg angetreten und haben uns extra viel Zeit gelassen und noch mal eine lange Mittagspause eingelegt (wir wollten ja schließlich nicht all unser Essen wieder mit nach Hause nehmen ). Trotzdem waren wir um 2 Uhr wieder bei der Verleihstation. Naja, dann haben wir halt noch etwas mehr vom Tag gehabt, auch nicht schlecht!

Nun machten wir uns auf ins Red Center, die Mitte Australiens. Hier warteten Alice Springs, der Uluru (Ayers Rock) und der Kings Canyon darauf von uns erobert zu werden. Die Fahrt nach Alice Springs sollte 3 Tage dauern. Von Katherine sind es nämlich ungefähr 1200 km durchs Nichts. Das einzige Erwähnenswerte auf dem ganzen Weg, sind die Devils Marbles, eine kuriose Ansammlung von Steinen, bei der die Natur ihren Sinn für Balance unter Beweis stellt. In Alice Springs angekommen, besuchten wir als erstes die Base des Royal Flying Doctor Service. Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, ist die ärztliche Versorgung auf dem Land in Australien ziemlich schwierig zu organisieren. Vor allem, wenn die nächste angrenzende Nachbarsfarm 200 km entfernt ist und meist nur auf Schotter- oder Staubpisten erreichbar ist. Da ist es äußerst schwierig bei einem Unfall medizinische Hilfe zu besorgen. Der Royal Flying Doctor Service wurde gegründet, damit im Falle eines Unfalls der Verletzte so schnell wie möglich versorgt und in das nächste Krankenhaus geflogen werden kann. Da es im Outback keine richtigen Landebahnen gibt, müssen die eingesetzten Flugzeuge besondere Voraussetzungen erfüllen, um im Buschland landen zu können. Da die Flugzeuge teuer sind und das medizinische Personal rund um die Uhr einsatzbereit sein muss, obwohl es nur ein paar wenige Patienten gibt, kann sich die Organisation nur zu einem Teil von staatlichen Geldern finanzieren. Der größte Teil der Finanzierung besteht aus Spenden von Privatpersonen, Firmen oder Touristen wie uns . Interessant war auch, dass zunächst erstmal ein Kommunikationsmittel erfunden werden musste, mit dem man überhaupt Hilfe holen kann. Denn Telefone oder überhaupt Elektrizität gab es damals nur in der Stadt. Dazu wurde ein Funkgerät erfunden, bei dem die Stromversorgung durch Tretpedale erzeugt wurde. Im Outback muss man ganz schön einfallsreich sein . Eine andere Organisation die wir besucht haben, war die School of the Air. Das ist im Prinzip eine staatliche Schule, die sich nur darin unterscheidet, dass die Klassenkameraden sich nicht sehen und auch der Lehrer 100 km entfernt ist, denn der Unterricht findet am Funkgerät statt oder heutzutage auch online via Webcam. Durch die Erfindung des Funkgerätes mit Tretpedalen konnten die Kinder auf den Farmen jetzt von richtigen Lehrern unterrichtet werden und mussten nicht mehr ins Internat gehen oder von ihren Eltern unterrichtet werden. Als wir gerade in der Schule waren, im Prinzip ist das ein Sendestudio, in dem der Lehrer sitzt und seine Kinder online zugeschaltet sind, wurde gerade eine Unterrichtsstunde abgehalten, und es war super interessant zu sehen, wie so eine Unterrichtsstunde gemanaged wird. Ansonsten ist Alice Springs jeder anderen australischen Stadt ähnlich, nur dass sie ziemlich weit weg von Allem ist .

Am nächsten Tag ging auf zum Uluru, der besser unter dem Namen Ayers Rock bekannt ist. Der Uluru ist das Sinnbild von Australien, er darf in keiner Dokumentation fehlen und ist auf vielen Postkarten zu finden. Wir wollten mal gucken, was ihn denn so besonders macht. Aber erstmal hatten wir von Alice Springs weitere 470 km zu überwinden. Die Nacht verbrachten wir auf einem idyllischen Camplatz am Highway, der sich am nächsten Morgen, als  Mekka aller Fliegen entpuppte. Schaut euch die Bilder an, wir waren trotz unseres Fliegenhutes hoffnungslos verloren . Als wir dann endlich den National Parks des Ulurus erreicht hatten, war es schon Nachmittag, aber wir wollten unbedingt einen ersten Blick auf den riesigen Felsen werfen. Und er ist tatsächlich ziemlich groß, ziemlich rot und ziemlich beeindruckend! Irgendwie kann man gar nicht glauben, dass dieses riesige Gebilde „ein“ großer Felsen ist. Cindy musste gleich erstmal gucken, ob das stimmt und hat mal geguckt, wie sich der Uluru anfasst und ja, er fühlt sich wie ein Stein an, ein ziemlich großer . Der Sonnenunter- und der Sonnenaufgang sind hier das Highlight, weil man dann das Farbschauspiel des Ulurus von braun bis blutrot sehen kann. Wir haben uns auf den Parkplatz für den Sonnenuntergang eingefunden und haben den Uluru die nächsten 3 Stunden andächtig betrachtet. Das Verrückte dabei ist, dass uns nicht langweilig dabei war, obwohl wir, wenn wir es genau nehmen 3 Stunden lang auf einen Stein geguckt haben. Das ist schon etwas verrückt, oder?! Der Sonnenuntergang war dann auch tatsächlich einmalig.

Am nächsten Morgen ging es früh los, denn für heute hatten wir uns vorgenommen den Sonnenaufgang beim Uluru zu sehen. Der war zwar schön, konnte aber mit dem Sonnenuntergang nicht mithalten. Danach wollten wir einmal um den Uluru wandern, das sind immerhin gut 15 km mit allen Abzeigungen. Das ist zwar für einen erfahrenden Wanderer nicht sonderlich viel, vor allem, da es hier keine Steigungen oder Treppen zu überwinden gibt, allerdings muss man mit der australischen Outbacksonne vorlieb nehmen und mit der ist nicht zu spaßen. Aber Zum Glück gibt es in regelmäßigen Abständen Trinkwasser, wo man seine Wasserfalsche wieder auffüllen kann. Außerdem sind wir so früh aufgebrochen, dass wir am Morgen in der Schattenseite des Uluru laufen mussten und wir richtig gefroren haben, so dass wir uns über die Sonnenstrahlen freuten. Nachdem wir den Uluru aus jeden Blickwinkel gesehen haben, sind wir zu den 50 km entfernten Kata Tjuta gefahren, die im selben National Park liegen und ebenfalls ziemlich große Felsen sind . Hier haben wir auch eine Wanderung unternommen, die zwischen 2 Felsen entlangführe und eine Art Schlucht bildete, in der es unglaublich grün war und eine Buschart wächst, die sonst nirgendwo anders vorkommt. Verrückt oder?! Eigentlich wollten wir hier auch den Sonnenuntergang sehen, aber uns hat der Platz nicht sonderlich gut gefallen, also haben wir uns dafür entschieden, wieder zum Uluru zu fahren und dort noch einmal den Sonnenuntergang zu sehen. Also haben wir die nächsten Stunden genau das Gleiche gemacht, wie am Abend davor und waren einfach nur beeindruckt.

Als Nächstes ging es auf zum letzten Highlight im Northern Territory, dem Kings Canyon, aber erstmal mussten wir wieder 330 km fahren… Endlich angekommen, haben wir am nächsten Tag unsere Wanderschuhe geschnürt und sind durch den Canyon gewandert, dass heißt erstmal mussten wir einen steilen Aufstieg erklimmen. Die Aussicht war traumhaft, aber manchmal wurde es auch einem ganz schön mulmig, wenn man 100 Meter in den Abgrund schaut. Die steilen Felswände und die grüne Vegetation in der Schlucht waren beeindruckend, nicht ohne Grund gibt es hier einen Ort, der sich Garten Eden nennt . Schaut euch die Bilder an. Als wir nach 3 Stunden wandern, die sich wie 6 Stunden angefühlt hatten, unser Auto wider erreicht hatten, waren wir hundemüde, aber auch super glücklich, die lange Strecke ins Red Center in Angriff genommen zu haben. Nun hieß es erstmal schlafen und Morgen geht es wieder Richtung Zivilisation, Richtung Queensland. Aber dazu mehr im nächsten Blog.

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