Geschichten unserer Weltreise, Blog über Australien, Neuseeland und Asien, Work and Travel, Backpacker
Nach Malaysia ging es mit einem Flieger von Air Asia, das ist eine Billigairline, ähnlich wie Ryanair oder Germanwings in Deutschland. Zu unserer Überraschung war der Flieger nagelneu und die Leute dort super nett. Essen gab es natürlich nicht, aber bei einem kurzen Flug ist das okay. Da der Transport vom Flughafen zum Hotel immer das Risiko birgt von windigen Taxifahrern abgezockt zu werden, hat Cindy sich schon vorher schlau gemacht. Der internationale Flughafen Kuala Lumpurs ist ein bisschen weiter weg und es ist möglich mit Taxi oder Bus zur Stadtmitte zu fahren. Der Trick mit den Taxifahrern ist, einen Coupon noch im Terminal zu kaufen und diesen dann für eine Taxifahrt einzutauschen. Fröhlich haben wir also den erstbesten Stand noch im Flughafengebäude angesteuert. Die gute Frau hat uns dann auch gleich eine Fahrt für 760 Ringgit angeboten und weil wir beim Wechselkurs noch nicht ganz durchgesehen haben, hatte sie auch schon unsere Kreditkarte im Lesegerät. Im letzten Moment hat Cindy die Aktion gestoppt, weil unser Hotel für 5 Nächte nur die Hälfte kosten sollte. Das heißt, die Fahrt hätte uns mal schlappe 250 Doller gekostet!!! Am Ende sind wir mit dem Bus für 18 Ringgit gefahren... Puhh, das war verdammt knapp und hätte uns fast nicht nur eine ordentliche Stange Geld gekostet, sondern auch den Spaß an unserer Malaysiareise getrübt. Von nun an hieß es wieder aufpassen, nicht abgezogen zu werden.
Am Tag danach haben wir die Stadt unsicher gemacht. Zuerst ging es in den Hindutempel direkt neben unserem Hostel und dann mit der Metro nach Norden zur Batu Cave. Das ist eine Höhle, die für die Hindus heilig ist. Dort gibt es Schreine, eine verdammt lange steile Treppe und riesige goldene Statuen. Oben angekommen hatten wir einen schicken Ausblick und konnten den Affen beim Klauen von Essbarem unter den Opfergaben zusehen. Nach dem Abstieg haben wir uns noch mit einer leckeren Kokosnuss belohnt. Malaysias Staatsreligion ist der Islam und in der Hauptstadt gibt es eine Nationalmoschee, die wir besucht haben. Dazu haben wir beide am Eingang einen lila Umhang bekommen. In die Haupthalle, die 3000 Menschen fasst, konnten wir einen Blick werfen. Dort gab es auch verschiedene Flyer und Infotafeln. Nachdem wir dort ein bisschen interessiert herumgestöbert haben, hat uns eine ältere Frau angesprochen und wir hatten eine sehr gute Unterhaltung über Religionen. Nach ein paar Minuten hatten sich auch zwei junge Frauen dem Gespräch angeschlossen. Sie waren ganz interessiert warum wir keiner Religion angehören und nicht an Gott glauben. Friedrich hatte sich erklären lassen, warum alle Moslems ausschließlich mit der rechten Hand essen. Wir hatten in Singapur in einem malaiischen Restaurant gegessen und dort haben einige Gäste mit der Hand gegessen inkl. Friedrich (der muss nämlich alles mitmachen). Der Islam ermutigt dies, weil es einfach besser schmeckt und gesünder sein soll. Unser Wissen über den Islam haben wir somit auch wieder ein bisschen aufgefrischt. In Dubai hatten wir schon einmal eine Moscheeführung mitgemacht.
Der nächste Morgen war für das National Museum reserviert. Eine Führung durch die Ausstellungsräume hat uns einen sehr guten Überblick gegeben. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen noch einmal bestimmte Räume anzusteuern und genauer nachzulesen. Besonders interessiert hat uns die Fragen: wie, wann und warum ist der Islam auf die malaiische Halbinsel gekommen? Der zweite Herrscher von Malakka, dem größten und bekanntesten der malaiischen Königreiche, ist zum Islam konvertiert. Einen besonderen Grund gab es dafür nicht. Das Museum erwähnte lediglich, dass damit die Handelsbeziehungen zur arabischen Welt verbessert werden sollten. Interessant war auch wieder, wie groß der Einfluss der Kolonialmächte in der Region war. Uns war bis dahin nicht bewusst, dass die Niederländer in Südostasien neben den Briten eine der bedeutendsten Mächte war. Auf die beiden geht auch die Teilung in Malaysia und Indonesien entlang der Straße von Melaka zurück. Vollgestopft mit Informationen spazierten wir weiter durch die Stadt entlang des Botanischen Gartens zum National Monument. Nach einem kurzen Fotostopp ging es weiter zum Platz der Unabhängigkeit mit Fahnenmast, City Gallery, kleiner Kathedrale und dem Sultan Abdul Samad Gebäude. Den Tag haben wir mit bummeln durch den Central Market und in Chinatown ausklingen lassen. Downtown mit seinem hochmodernen Malls und den Petronas Twin Towers sollte das letzte Highlight für uns in KL, wie es die Einheimischen nennen, werden. Dafür sind wir mit dem kostenfreien Shuttlebusservice, der nicht so leicht zu erwischen ist, durch die Stadt gefahren. Den Besuch der Petronas Towers haben wir uns geschenkt, da das Wetter an diesem Tag nur mau war. Der Anblick von unten ist eh das Beste
. Im Vergleich zum Burj Khalifa haben wir hier auch keine Genickstarre davon bekommen. Mit dem Shuttlebus ging es zurück. Dabei wurden uns die krassen Unterschiede deutlich zwischen einfachen Häuschen und blitzblankgeputztem Citybereich.
Ein Tagesausflug sollte uns in die alte Handelsmetropole Malakka bringen. In aller Frühe sind wir zum Busterminal gefahren und haben zwei Karten gekauft. Diesmal hat es auch geklappt, denn am Tag davor hatten wir vergessen den Wecker zu stellen und mussten deshalb kurz umdisponieren
. In die Altstadt ging es dann vor Ort wieder mit einem Bus. Im Hostel hatten wir schon den Tipp bekommen bei der ersten Station in der Altstadt auszusteigen und per Fuß weiter zu laufen, statt mit dem Bus noch ewig hin und her zu gondeln. So sind wir vom Victoriabrunnen direkt hoch zum Weltkulturerbe, der Formosa Festung, gestiefelt vorbei am Stadthuys (Rathaus), das die Holländer erbaut haben. Danach ging es in den nachgebauten Palast des Sultans von Malakka. Dieser war komplett aus Holz und hatte tolle Ausstellungsstücke, die über das Leben am Hof damals informierten. Im Chinesenviertel haben wir uns den Bauch voll gehauen und sind durch die Souvenirläden geschlendert. Bevor wir uns wieder aufgemacht haben, hat Friedrich noch schnell ein paar Bilder von einem nachgebauten portugiesischen Schiff geknipst. Die Rückfahrt zum Busterminal gestaltete sich dann ein bisschen schwierig, weil wir nicht wieder einfach in die Buslinie steigen konnten ohne ein weiteres Ticket zu lösen. Unser Rückfahrtticket war nur ab dem Endpunkt gültig, aber wir wussten ja nicht wo das ist. Völlig verwirrt haben wir uns entschieden erst mal nicht mitzufahren. Da wir unserer Meinung alles gesehen hatten und der nächste Bus erst in einer Stunde kommen sollte, sind wir Richtung Busterminal gewandert. Halt haben wir bei einem kleinen Café/Restaurant gemacht und etwas getrunken. Bedient haben uns drei junge Thais mit denen wir uns kurz mit Händen und Füßen unterhalten hatten. Zurück in KL im Hostel sind wir dann auch direkt ins Bett gefallen. Den letzten Tag in Malaysia haben wir auf dem Flughafen verbracht. Jetzt fragt ihr euch bestimmt warum denn das nur? Ist es dort so schlimm? Unser eigentlicher Plan war es einzuchecken, das Gepäck abzugeben und dann nochmal Richtung neuer am Reißbrett gezeichneter Regierungshauptstadt zu fahren. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und deshalb haben wir den letzten Tag auf dem Flughafen verbracht. Ein Café mit Wifi und bequemen Sesseln lässt die Stunden dann auch schnell verfliegen.
Malaysia hat uns richtig gut gefallen, war es doch ursprünglich nur auf unsere Reiseroute gekommen, weil von Singapur kein direkter Flug nach Taiwan ging. Dort geht es ähnlich kunterbunt durcheinander zu, wie in Thailand. Das fängt an bei den Nationalitäten (nur ca. 50 % sind Malaien) geht über den Verkehr bis hin zum Trubel auf den Nachtmärkten. Das Essen war natürlich eines der Highlights. Die vielen Nationalitäten bringen alle ihre Küchen mit und somit hatten wir eine riesen Auswahl. Besonders gut hat uns der muslimisch-indische Stand mit seinem leckeren Naanbrot gefallen. Auf dem Weg zu neuen kulinarischen Hochgenüssen berichten wir wieder aus Taiwan. Rinjehaun!