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Mit China hatten wir den letzten Stopp auf unserer 2-monatigen Asienrunde erreicht. Hier wollten wir noch mal 2 Wochen durchs Land touren und die größten Highlights mitnehmen. Angefangen haben wir mit Shanghai. Diese Stadt stellt sozusagen das Aushängeschild einer chinesischen internationalen Metropole dar: Schicke Skyline, schön an einem Flussbett gelegen und jede Menge Menschen (geschätzte 20 Millionen leben hier). Wir hatten schon eine Menge über den berühmten Bund gelesen, das ist die schönste Flaniermeile Chinas. Auf der einen Seite sieht man die modernen Wolkenkratzer und auf der anderen hübsche Gebäude aus der Kolonialzeit. Wir haben uns ein bisschen gewundert, dass so wenig Menschen unterwegs sind und die Promenade sah auch nicht wirklich einladend aus. Es dauerte eine Weile, bis wir gemerkt hatten, dass wir auf der falschen Seite des Flusses waren
. Naja egal, dann mussten wir den Weg halt noch einmal auf der anderen Seite laufen. Am Nachmittag haben wir dann die Altstadt unsicher gemacht. Hier konnten wir den schönen chinesischen Baustil bewundern und durch enge Gässchen schlendern. Alt war aber in der Altstadt gar nichts. Lediglich der Baustil wurde nachempfunden, die Gebäude dort stehen aber gerade mal ein paar Jahrzehnte (wenn überhaupt). Mitten in dem Gewühl der Altstadt haben wir einen kleinen chinesischen Garten gefunden, der eher wie ein Irrgarten angelegt war. Es gab doppelte Gänge, Wege durch Felswände und überall Abzeigungen. Wir haben uns hier gerne 2 Stunden drin verirrt
. Als Highlight des Tages stand uns noch ein Abendessen mit unseren chinesischen Freunden bevor. Woody und Yung hatten sich in Neuseeland mit dem Auto festgefahren und wir haben den beiden in ihrer misslichen Situation geholfen. Sie hatten uns damals angeboten, wenn wir je in Shanghai sind, wollen sie uns die Stadt zeigen und wir sagten darauf ok in 2 Monaten sind wir da
. Auf jeden Fall hatten wir einen super netten Abend mit den Zwei. Wir haben lecker gegessen, Geschichten über Neuseeland ausgetauscht und eine Menge Tipps über China bekommen. Danach sind wir alle noch auf den Oriental Pearl Tower gegangen und haben Shanghai bei Nacht bewundert. Was für ein Tag!!! Der nächste Tag sollte etwas entspannter ablaufen, so sind wir nach Hangzhou gefahren, um den berühmten Westsee zu bewundern. Hier kann man Boot fahren oder Wandern gehen. Nach einem ausgiebigen Spaziergang ging es mit dem Zug zurück nach Shanghai, denn unser Bummel auf dem Bund war noch offen
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Die nächste Etappe führte uns nach Tai’an. Eigentlich wollten wir den heiligen Ostberg besteigen, aber leider hatte uns das Wetter ein Strich durch die Rechnung gemacht, so konnten wir uns nur das Kloster am Fuße des Berges anschauen, aber das war auch nicht so schlecht.
Nach dem Frühstück ging es gleich mit dem Schnellzug weiter nach Beijing (Peking), der chinesischen Hauptstadt. Erster Anlaufpunkt war der Himmelsaltar. Hier hat der Kaiser für eine gute Ernte gebetet und dem Himmel Opfergaben überreicht. Wir kannten das Bild aus unserem Reiseführer und auch aus Dokumentationen und trotzdem waren wir unglaublich beeindruckt von dem Gebäude. Das war echt verrückt. Immer wenn wir hingeguckt haben, dachten wir „Krass!“ und schafft kaum ein Gebäude
. Den Abend haben wir bei einer Pekingente ausklingen lassen und wir konnten es selbst nicht fassen, dass wir grad in Peking sitzen und Pekingente essen
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Für den nächsten Tag war eine Tour zur großen Mauer geplant. Los ging es mit einem chinesischen Reisebus, wer größer als 1,65 m ist, hat Pech gehabt. Der muss selbst sehen, wie er seine Knie in den Bus bekommt
. Die Fahrt dauerte ungefähr 2 Stunden und dann konnten wir 3 Stunden auf der Mauer herumklettern. Uns war nicht wirklich klar, warum sie es Klettern nannten, aber uns wurden schnell die Augen geöffnet. Wir hatten uns extra einen Abschnitt der Mauer ausgesucht, bei dem wir auch einen Teil der alten Mauer sehen konnten. Denn mittlerweile wurde die chinesische Mauer mehrere Male restauriert und wieder aufgebaut. Ursprünglich wurde sie vom ersten Kaiser Chinas, der das Land vereinigte, als Schutz vor Völkern aus dem Norden gebaut. Das war vor mehr als 2000 Jahren, könnt ihr euch das vorstellen? Selbst wenn man die Mauer gesehen hat, bleibt es einem unerklärlich wie die Männer damals das Baumaterial auf die steilen Bergkämme bekommen haben und eine über 6000 km lange Mauer bauen konnten. Nach dem Fall des Kaiserreiches wurde sie nicht mehr genutzt und ist Stück für Stück verfallen. Erst in der Ming Dynastie 1493 wurde sie wieder aufgebaut und als Schutz gegen die Mongolen benutzt. Das Älteste was man heutzutage besichtigen kann, stammt aus dieser Zeit. Um so lange wie möglich auf der Mauer bleiben zu können, haben wir uns entschieden, mit der Seilbahn zum Bergkamm hinaufzufahren und von dort direkt mit der Besteigung der Mauer zu beginnen. Am Anfang war es ziemlich neblig, sodass wir nicht weit gucken konnten und auch keinen tollen Ausblick hatten. Aber dann war das Touriglück mal wieder auf unserer Seite und es klarte auf. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welch euphorische Stimmung dann herrschte
. Ein Teil der Strecke war ziemlich abenteuerlich. Wir mussten 500 Stufen hinaufgehen, um zu dem alten Mauerbereich zu kommen. Schaut euch die Bilder an, steil ist gar kein Ausdruck! Oben angekommen hatten wir eine spitzen Aussicht. Zum Abschluss der Tour gab es noch ein typisch chinesisches Mittagessen, bei dem alles Mögliche aufgetischt wurde und sich jeder bedienen konnte. Danach ging es zurück nach Beijing.
Den letzten Tag verbrachten wir im sommerlichen Kaiserpalast und in der verbotenen Stadt (Kaiserpalast). Das besondere beim Sommerpalast ist ein überdachter Wandelgang, bei dem die Kaiserin kilometerlang am See entlang flanieren konnte, auch wenn es geregnet hat. Das kam uns an diesem Morgen auch zu Gute, denn es hat geschüttet. Aber getreu dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Ausrüstung, haben wir uns mit Poncho und Regenschirm auf Entdeckungstor gemacht. Aufgefallen sind die bunten Ziegel und die schönen Wandbemalungen. Außerdem gab es auch hier wieder Irrwege durch Gestein und abenteuerliche Treppen. Als kleines Highlight gab es sogar noch eine Aufführung in einem typisch chinesischen Opernhaus. So konnten wir uns kaiserlich unterhalten lassen
. Anschließend sind wir zur verbotenen Stadt gefahren und haben uns dort mit Audioguide bewaffnet auf den Weg gemacht. Als vorgeschlagene Besichtigungszeit waren 4 Stunden angegeben und hier könnt uns glauben, die braucht man auch
. Man nannte den Kaiserpalast im Übrigen verbotene Stadt, weil logisch niemand außer den 1000 Dienstboten und die Kaiserfamilie Zugang hatten. Auch Empfänge von Staatsoberhäuptern wurden nur außerhalb des Palastes durchgeführt. Zunächst mussten wir 3 Tore und diverse Innenhöfe passieren, um zum Zentrum der verbotenen Stadt zu gelangen. Jedes Tor hat dabei seine ganz eigene Funktion z.B. als Empfangsraum, Dinnerzimmer oder Umkleidezimmer. Zu besichtigen waren auch die Gemächer der Kaiserin und der Kaiserwitwe. Es ist echt verrückt was für Ausmaße die chinesischen Prunkgebäude haben. Die koreanischen oder japanischen Kaiserpaläste waren ja schon riesig, aber scheinbar wurde in China noch eine Schüppe oben drauf gelegt
. Obwohl man von außen vermuten könnte, dass hier in Saus und Braus gelebt wurde, war die Einrichtung der Hallen und Zimmer recht schlicht und es gab nur sehr wenig Möbel. Augenmerk war hier eindeutig die Größe.
Am Abend ging es dann mit dem Nachzug weiter nach Xi’an, der Hauptstadt des ersten Kaisers. Unsere Kabine im Zug war ok, nur leider mussten wir sie mit 2 schnarchenden Männern teilen
. In Xi’an angekommen wurden wir von dem Rezeptionisten am Bahnhof in Empfang genommen und zum Hotel geführt, dabei gab es noch eine Einführung in die Stadtgeschichte. Für den Nachmittag hatten wir uns das Geschichtsmuseum vorgenommen. Anschließend ging es noch zu einer Pagode an einem riesigen schönen Springbrunnen. Für den nächsten Tag stand die Haupttraktion Xi’ans auf dem Programm: die Terrakottaarmee des ersten Kaisers. Der Kaiser hat sich nämlich eine 7000-mannstarke Tonarmee töpfern lassen, die ihn bis in den Tod begleiten und über sein Mausoleum wachen. Das Verrückte daran ist, dass diese Armee erst vor 40 Jahren zufällig von ein paar Bauern, die einen Brunnen bohren wollten, entdeckt wurde. Bis dahin war das Mausoleum nur ein Mythos! Die Anlage ist wirklich riesig und besteht aktuell aus drei Gruben und dem Mausoleum, was aber noch nicht geöffnet wurde und damit auch nicht zugänglich ist. Die Archäologen wollen nämlich nicht, dass die Fundstücke zu lange dem Licht ausgesetzt sind, da dadurch Schäden entstehen können. Man hat damals auch erst mal die Armee ausgebuddelt und dann festgestellt, dass durch die Lichteinstrahlung die Farbe der Krieger total verblasst. Heute ist von der Farbe nix mehr zu erkennen. Daher sind die Forscher etwas vorsichtiger geworden. Die drei Gruben, in denen die Krieger stehen, sind mittlerweile überdacht und wettergeschützt. Es ist unglaublich zu was die Menschen schon damals in der Lage waren und wie sie das zur Schau stellten. Wie gesagt, der erste Kaiser lebte vor über 2000 Jahren!!!
Am Abend ging es mit dem Flieger weiter nach Guilin. Guilin ist bekannt für seine schönen Landschaften, dem Li -Fluss und den spitzen Kalksteinformationen. Am besten erlebt man das auf einer Bootsfahrt. Das musste man uns nicht zweimal sagen. Für den nächsten Tag haben wir gleich eine Tour mit einem Bambusfloß gebucht. Es war wirklich toll sich über das Wasser treiben zu lassen und dabei diese unwirklich wirkenden Felsen anzuschauen. Am Nachmittag haben wir noch einen kurzen Blick in die nahegelegene Stadt Yangshuo geworfen und sind am Abend wieder zurück nach Guilin gefahren.
Da wir einen strafen Zeitplan hatten, ging es am nächsten Morgen gleich weiter nach Hongkong, unserem letzten Ziel auf dieser Reise. Vom Flieger aus konnten wir uns schon ein schönes Bild des Inselstaates machen. Überall waren kleine Inseln oder Sandbänke im kristallblauen Wasser verteilt. Und zu unserer Überraschung ist Hongkong unglaublich grün, denn hier befanden wir uns wieder in den tropischen Breitengraden. Tropisch waren auch die Temperaturen
, aber zum Glück wird hier nicht an Klimaanlagen und unterirdischen Fußgängerwegen gespart. Hier ist es nämlich entweder kochend heiß oder es regnet wie aus Gießkannen. Vom Flughafen ging es erst mal zum Hostel Taschen abschmeißen und dann raus die Stadt unsicher machen. Als Erstes ging es mit der Fähre rüber ins Zentrum der Stadt. Dort wollten wir eigentlich mit einer alten Tram hoch zum Peak (höchste Erhebung in Hongkong) fahren, um die Aussicht zu genießen. Aber scheinbar hatte das ganz Hongkong vor. Die Wartezeit betrug laut Schild 2,5 Stunden. Na gut, dann schlendern wir halt eine Runde durch den Stadtpark und versuchen es Morgen wieder. Am Abend haben wir dann noch die Lichtershow am Fluss angeschaut, dabei werden auf beiden Seiten die Hochhäuser bunt im Takt zur Musik angestrahlt. Am nächsten Tag ging es zum Outletmall und es war Shoppen angesagt, denn auch so ein Backpacker braucht hin und wieder ein paar Klamotten oder in unserem Fall SCHUHE! Durch das ganze Sightseeing und Rumgelatsche haben unsere Schuhe ganz schön gelitten. Friedrich hat in seiner Sohle ein großes Loch, sodass er wenn es regnet sofort nasse Füße hat und Cindy muss schon seit Monaten mit Sandaletten herumlaufen, auch bei 10 Grad und Regen. Arme Füße
. Ein Glück haben wir zwei schicke Adidastreter (Originale
) gefunden, für umgerechnet 60 Euro. Juhu!!! Am Abend sind wir dann nur noch über einen Nachtmarkt spaziert und haben uns was Leckeres zu essen gesucht. Den nächsten Tag verbrachten wir im Geschichtsmuseum und auf dem Peak, wo wir wirklich eine fantastische Aussicht hatten. Am letzten Tag haben wir einen kleinen Garten besucht und noch einmal unsere Erlebnisse Revue passieren lassen. China ist unglaublich vielfältig. Es hat eine verdammt alte und hochinteressante Kultur, außerdem hat es landschaftlich viel zu bieten und vom leckeren Essen wollen wir gar nicht erst anfangen. Wir wünschten wir hätten etwas mehr Zeit zur Verfügung gehabt, wie konnten in den 16 Tagen zwar viel sehen und erleben, aber China ist sooo groß, dass das trotzdem nur ein kleiner Ausschnitt war von dem was es hier noch alles gibt.