Geschichten unserer Weltreise, Blog über Australien, Neuseeland und Asien, Work and Travel, Backpacker
Nachdem die letzten Bäume fachmännisch im Boden versenkt worden waren, haben wir mit Lagerfeuer und zwei Kisten Bier (Kartons mit 24 Flaschen à 375 ml) den Abschluss des Treeplanting-Contracts gefeiert. Bei der Verabschiedung, als unsere Crew sich wieder in alle Winde verteilte, wurden wir auch gefragt im nächtsen Jahr wieder dabei zu sein, wenn in Western Australia die Treeplantingsaison beginnt. Das ist wohl das größte Lob, wenn die hartgesottenen Treeplanter einen wieder dabei haben wollen. Als Andenken haben wir den allerletzten Baum der Saison behalten. Leigh unser Supervisor hat uns nur die Challenge mitgegeben ihn an einem ganz besonderen Ort zu pflanzen. Da wir den bisher noch nicht gefunden haben, fährt er in einer Plasteflasche vorn direkt hinter der Windschutzscheibe mit, genießt die Aussicht und gedeit dabei prächtig. Mal sehen wo wir dem Kollegen ein endgültiges zuhause geben...
Wieder in Freiheit und für die nächsten Abenteuer bereit ist uns das erste mal richtig bewusst geworden was wir für Glückspilze sind. Mit all unserem Krempel im Auto können wir rumreisen wohin wir wollen, wann immer wir Lust haben. Uns zwingt Nichts, wir haben keine Verpflichtungen und alle Freiheiten, dass ist echt ein tolles Gefühl. Für alle die denken jetzt drehen die beiden ab: Wir kommen zurück in die Heimat, aber haben hier ne echt tolle Zeit!
Wohin sollte unsere Reise nun gehen? Durch die Pflanzerei haben wir uns das Geld für eine zweimonatige Neuseelandreise mit allem drum und dran erarbeitet. Diese soll im Februar starten und dafür haben wir uns schon einen Camper gemietet. Da wir uns ja auf Weltreise befinden, müssen noch ein paar mehr Länder abgeklappert werden. Also brauchen wir noch ein paar mehr Moneten für die Weiterreise. Deshalb haben wir uns dazu entschieden wieder bei den Blaubeeren vorbeizuschauen. Dort sind wir ja nicht ganz zwei Monate vorher zum Treeplanting aufgebrochen. Also sind wir die Strecke wieder zurück gefahren, aber diesmal ohne Zeitdruck und ganz entspannt. Wir haben dann in einer Stadt namens Coonabarabran am Fluss übernachtet und sind am nächsten Morgen nach einem ordentlichen Frühstück weitergefahren. Das Besondere dabei war, dass wir zurück auf dem Highway und noch nicht einmal richtig raus aus der Stadt unsere erste Polizeikontrolle hatten. Nachdem unsere Papiere gecheckt wurden und Cindy als Fahrer den routinemäßigen Alkoholtest bestanden hatte, haben wir gefragt warum wir angehalten wurden. Der Polizist anwortete dann ein bisschen verschmitzt, dass seine Tochter ein Kuhauto am Tag davor gesehen hatte und er jetzt ganz stolz erzählen kann, dass er es angehalten hat. Wir wurden also angehalten, weil die Moo die Moo ist.
Ein paar Stunden später auf den australischen Highways passiert etwas total Schräges. Zur Vorgeschichte: Friedrich hatte ganz zu Beginn in Australien als wir in Canberra waren sein Portemonaie mit ordentlich Bargeld, Führerschein, Visakarte,... verloren. In Noosa, als wir das Auto reparieren ließen, hat er auch noch sein Iphone verschmissen. Jetzt Monate später auf dem buckeligen Inlandshighway Richtung Küste öffnete Friedrich das Handschuhfach und auf einmal liegt sein Iphone, als wenn es jemand dorthinein gelegt hätte, da. Er ist total aus dem Häuschen und Cindy brauch mindesten 5 Sekunden, um zu erkennen, dass dort das verschollene Telefon liegt. Nun war alles klar! Das Handschuhfach hat an der oberen Kante bevor es in das Armaturenbrett übergeht einen 3 cm großen Spalt und bei besonders geschicktem zuschlagen des Deckels können Dinge dahinter verschwinden. Also haben wir angehalten und das Handschuhfach ausgebaut, weil dort ja auch das Portemonaie sein könnte. Mit der leisen Hoffnung noch weitere Schätze zu finden zog Friedrich das Handschuhfach heraus und voila ein schwarzes Quicksilverportemonaie kam zu Tage. Unser tolles Auto kann also auch Dinge verschwinden und nach belieben wieder auftauchen lassen. Naja hat halt einen eigenwilligen Charakter.
Nachdem wir dann in Coffs Harbour angekommen waren, haben wir uns dazu entschlossen das Wochenende zu genießen und am Montag Morgen voller Tatendrang bei der Blaubeerfarm aufzuschlagen. Glücklicherweise war es an der Küste nun schon wärmer als im Juni und wir konnten den Strand und das Meer genießen. Fit und motiviert sind wir an der Anmeldung für neue Blaubeerpflücker, dem Green Shed der Firma Berry Exchange, angekommen und wurden wieder vertröstet in zwei Wochen anzurufen oder vorbeizukommen. Optimistischerweise hatten wir uns schon am Sonntag für mehrere Tage auf einem Caravanpark in der Nähe direkt am Meer eingebucht. Da wir also erstmal dort festsaßen haben wir unsere Karten herausgeholt auf denen wir Farmen markiert hatten, die wir schon gesehen oder besucht hatten auf der Suche nach Arbeit. Mit dem Glück des Tüchtigen hatten wir auch die Chance einem indischen Farmer für einen halben Tag bei seinen Gurken zu helfen. Die Arbeit bestand darin die Gurkenpflanzen zu verschneiden/trimmen indem man mit den Fingern nicht erwünschte Zweige und Rankarme entfernte sowie die ganze Pflanze mit einem Clip an einer Schnur befestigte, damit sie nach oben wächst und nicht seitwärts. Der Farmer Shorty besorgte uns dann auch einen Job für den nächsten Tag bei einem befreundeten Farmer. Dort haben wir Tomaten verschnitten und konnten auch ein paar mitnehmen. Damit konnten wir richtig leckeren Tomatensalat machen. Tomaten sind hier relativ teuer mit bis zu 10 $/kg. Danach gab es erstmal nichts zu arbeiten und wir hingen auf dem Caravanpark rum ohne konkreten Plan wie es weitergehen sollte. Nachdem wir am nächsten Tag ausgecheckt sind und überlegt hatten einen Kurs zum Traffic Controller zu machen, rief überraschenderweise Berry Exchange an und wir konnten am nächsten Tag anfangen zu arbeiten. Also zurück auf den Caravanpark, Zelt wieder aufgebaut, Krempel eingeräumt, Arbeitssachen bereitgelegt, Schnitten geschmiert und am nächsten Morgen ab auf Arbeit. Jetzt sind wir schon wieder fast einen ganzen Monat hier und die Zeit rennt.
Nach aktueller Hochrechung haben wir die drei Wochen Japan freigespielt. Also auf zum nächsten Level: USA Westküste!